Proteinpulver: Was ist es und wofür ist es gut?

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Proteinpulver, auch Eiweißpulver genannt, ist eine konzentrierte Proteinquelle in Pulverform, die du als Ergänzung zu deiner normalen Ernährung verwendest. Der größte Vorteil ist praktischer Natur: Du ergänzt damit ganz einfach deine Proteinzufuhr in Momenten, in denen das mit normaler Ernährung schwierig ist. In diesem Artikel erklären wir dir in aller Ruhe, was Proteinpulver ist, wie es in deinem Körper wirkt, für wen es sinnvoll ist und worauf du bei der Auswahl achtest.

Was ist Proteinpulver?

Proteinpulver ist eine konzentrierte Proteinquelle in Pulverform, hergestellt aus Milch (Whey oder Kasein) oder aus pflanzlichen Quellen wie Erbse und Fava (Ackerbohne). Du mischst es mit Wasser, Milch oder einem Smoothie und nutzt es als Ergänzung zu deiner täglichen Ernährung, nicht als Mahlzeitenersatz.

Die meisten Proteinpulver enthalten pro 100 Gramm rund 70 bis 80 Gramm Protein. Whey Protein (Molkenprotein) fällt bei der Käseherstellung an und wird anschließend gefiltert und getrocknet; Casein ist das andere Protein aus Milch. Pflanzliche Pulver werden zum Beispiel aus Erbsen, Ackerbohnen, Reis oder Hanf hergestellt. Alle Varianten liefern denselben Nährstoff: Protein, aufgebaut aus Aminosäuren, den Bausteinen der Proteine.

Was bewirkt Proteinpulver in deinem Körper?

Proteinpulver wirkt genauso wie Protein aus normaler Ernährung: Es liefert Aminosäuren, die Bausteine der Proteine. Für Protein sind im EU-Register für gesundheitsbezogene Angaben (Verordnung 432/2012, einsehbar über das EU-Register für nährwert- und gesundheitsbezogene Angaben auf ec.europa.eu) unter anderem diese Wirkungen zugelassen: Proteine tragen zu einer Zunahme an Muskelmasse bei und Proteine tragen zur Erhaltung von Muskelmasse bei.

Außerdem gibt es noch eine dritte zugelassene Angabe: Proteine tragen zur Erhaltung normaler Knochen bei. Mehr lässt sich dazu offiziell nicht sagen, und das ist auch nicht nötig: Genau das sind die Gründe, warum Sportler und aktive Menschen auf ihre Proteinzufuhr achten.

Gut zu wissen: Dein Körper hat keinen Vorratsspeicher für Protein, wie er ihn für Fett besitzt. Deshalb ist es sinnvoll, deine Proteinaufnahme über den Tag zu verteilen. Die Verdauungsgeschwindigkeit unterscheidet sich je nach Art: Whey wird relativ schnell verdaut, Casein langsam, über mehrere Stunden. Das ist eine Eigenschaft des Proteins selbst, kein zusätzlicher gesundheitlicher Effekt.

Wofür ist Proteinpulver gut und warum solltest du es verwenden?

Proteinpulver eignet sich vor allem dazu, deine tägliche Proteinzufuhr praktisch zu ergänzen, wenn du sie mit normaler Ernährung nicht erreichst. Das kommt öfter vor, als du denkst: bei intensivem Sport, bei pflanzlicher Ernährung, an vollgepackten Tagen und mit zunehmendem Alter.

  • Kraft- und Ausdauersport: Wer regelmäßig trainiert, hat einen höheren Proteinbedarf. Ein Shake ist eine einfache Möglichkeit, diesen zu decken, zum Beispiel rund um das Training. Über den besten Zeitpunkt haben wir einen eigenen Artikel geschrieben: wann du am besten einen Proteinshake trinkst.
  • Pflanzliche Ernährung: Vegetarier und Veganer beziehen ihr Protein aus Hülsenfrüchten, Getreide und Nüssen. Ein veganes Proteinpulver auf Basis von Erbse und Fava macht es einfacher, ausreichend Protein aufzunehmen, ganz ohne tierische Produkte.
  • Vollgepackte Tage: Ein Shake ist in einer Minute fertig, auch unterwegs. Das ist zwar kein gesundheitlicher Vorteil, aber ein praktisches Argument, das für viele den Ausschlag gibt.
  • Älter werden: Im Alter solltest du besonders auf eine ausreichende Proteinzufuhr achten. Die zugelassene Angabe „Proteine tragen zur Erhaltung von Muskelmasse bei" ist gerade dann relevant.

Hilft Proteinpulver beim Abnehmen?

Nein, Proteinpulver ist kein Mittel zum Abnehmen. Es gibt keine von der EU zugelassene gesundheitsbezogene Angabe, die Protein mit Gewichtsverlust oder einem Sättigungsgefühl verbindet; beim Abnehmen geht es darum, über längere Zeit weniger Energie aufzunehmen, als du verbrauchst.

Was Proteinpulver in einer solchen Phase durchaus leisten kann, ist nüchterner. Wer abnimmt, möchte meist Fett verlieren und keine Muskelmasse. Ausreichend Protein passt dazu: Proteine tragen zur Erhaltung von Muskelmasse bei (zugelassene EU-Angabe). Praktisch gesehen ist ein Shake zudem gut kalkulierbar: Eine Portion von 25 bis 30 Gramm Pulver mit Wasser liefert etwa 100 bis 120 kcal und rund 20 Gramm Protein. Erwarte davon aber keine Fettverbrennung; diese Angabe gibt es nicht, und deshalb machen wir sie auch nicht.

Ist Proteinpulver gesund?

Proteinpulver ist ein ganz normales Lebensmittel, nicht per se gesund oder ungesund. Wie sinnvoll es für dich ist, hängt von deiner gesamten Ernährung ab; wie sauber es ist, hängt davon ab, was sonst noch in der Dose steckt.

Worauf du bei der Auswahl achtest:

  • Eine kurze Zutatenliste, die du ohne Wörterbuch lesen kannst.
  • Der Proteingehalt pro Portion (Richtwert: 70 bis 80 Gramm Protein pro 100 Gramm Pulver).
  • Keine unnötigen Zusätze wie Füllstoffe, künstliche Süßstoffe oder Aromen, die nicht hineingehören.
  • Ein Bio-Siegel, falls Herkunft und Anbauweise für dich eine Rolle spielen.

Verwende Proteinpulver als Ergänzung zu einer abwechslungsreichen Ernährung, nicht als Ersatz dafür. Hast du eine Erkrankung, bei der die Proteinaufnahme eine Rolle spielt, etwa eine Nierenerkrankung, sprich zuerst mit deinem Hausarzt oder deiner Ernährungsberatung.

Welches Proteinpulver ist das beste für dich: Whey, Casein oder pflanzlich?

Das hängt von deiner Ernährung und deiner Vorliebe ab. Whey ist ein vollständiges, relativ schnell verdauliches Milchprotein; Casein ist ein Milchprotein, das langsam über mehrere Stunden verdaut wird; pflanzliche Pulver auf Basis von Erbse und Fava sind die logische Wahl bei veganer Ernährung oder bei Laktoseunverträglichkeit.

Art Quelle Eigenschaften
Whey Protein (Molkenprotein) Milch, Nebenprodukt der Käseherstellung Vollständiges Aminosäureprofil, wird relativ schnell verdaut
Casein Milch Wird langsam verdaut, über mehrere Stunden
Pflanzlich (vegan) Unter anderem Erbse und Fava (Ackerbohne) Ohne tierische Produkte, von Natur aus laktosefrei

Mehr über Whey Protein erfahren? In warum Whey Protein und was es bewirkt erklären wir, wie Whey hergestellt wird und worin es sich von anderen Proteinquellen unterscheidet.

Wie viel Protein brauchst du pro Tag?

Die allgemeine Referenzzufuhr für Erwachsene beträgt 0,83 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht pro Tag (EFSA, Referenzwerte für Protein). Für jemanden mit 75 Kilo sind das rund 62 Gramm Protein pro Tag. Wer intensiv trainiert, liegt meist darüber: In der Sporternährung werden oft Werte zwischen 1,2 und 2 Gramm pro Kilogramm angesetzt.

Schau zuerst auf deine normale Ernährung: Hülsenfrüchte, Milchprodukte, Fisch, Fleisch, Eier, Nüsse und Vollkorngetreide liefern zusammen oft schon viel. Kommst du dauerhaft zu kurz, ist eine Portion Proteinpulver (rund 20 Gramm Protein) eine einfache Ergänzung. Mehr zu nehmen, als du brauchst, bringt nichts; verteile deine Proteinaufnahme lieber gleichmäßig über den Tag.

Häufig gestellte Fragen zu Proteinpulver

Ist Proteinpulver auch sinnvoll, wenn du keinen Sport treibst?

Das kann sein. Proteinpulver ist einfach eine Proteinquelle; auch ohne Sport ist es praktisch, wenn du über die Ernährung nicht genug Protein aufnimmst, etwa bei pflanzlicher Ernährung oder im höheren Alter. Deckst du dein Protein bereits reichlich über normale Ernährung, bringt ein Shake wenig zusätzlich.

Wie viel Proteinpulver pro Tag ist sinnvoll?

Für die meisten Menschen reicht eine Portion pro Tag (25 bis 30 Gramm Pulver) als Ergänzung; wer intensiv trainiert, kommt manchmal auf zwei Portionen. Den Rest deines Proteins nimmst du am besten über eine abwechslungsreiche Ernährung auf.

Kann man Proteinpulver als Mahlzeitenersatz verwenden?

Nein. Eine Mahlzeit liefert neben Protein auch Ballaststoffe, Vitamine, Mineralstoffe und Fette, die ein Shake nicht bietet. Verwende Proteinpulver als Ergänzung zu deiner Ernährung, nicht als Ersatz dafür.

Kann man mit Proteinpulver backen oder kochen?

Ja. Durch Erhitzen verändert sich die Struktur des Proteins (Denaturierung), aber die Aminosäuren und damit der Nährwert bleiben erhalten. Du kannst Proteinpulver problemlos in Haferflocken, Pfannkuchen oder Backwaren verarbeiten.

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Über den Autor

Lars Blom

Lars Blom ist Spezialist für Nahrungsergänzungsmittel und Gründer von Ekopura, einem niederländischen Familienunternehmen, das sich auf nachhaltige, biologische und pflanzliche Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert hat. Seit 2015 ist er täglich an der Entwicklung, Zusammensetzung und Qualitätskontrolle von Nahrungsergänzungsmitteln beteiligt.

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